Umfrage an alle Moderatorinnen und Moderatoren unserer Qualitätszirkel

Liebe Moderatorinnen und Moderatoren,

seit Jahren engagiert sich die DÄGfA für Qualitätszirkelarbeit. Wir fördern QZ ideell und finanziell, bieten für unsere Mitglieder kostenfreie Moderatorengrund- und Aufbauschulungen an.
Unser Ziel ist es, Ihnen interessante und informative fachbezogene Schulungen anzubieten, Sie in Ihrer QZ Arbeit zu unterstützen und mit Ihnen im Austausch bleiben.

Bitte helfen Sie uns dabei, geben Sie uns Feedback und Anregungen!  

Unter diesem Link haben wir einen Fragebogen verfasst.

Die Angaben kommen bei uns anonym an, gerne können Sie aber auf der letzten Seite des Fragebogens auch Ihre Kontaktdaten angeben.
Ihre Aussagen werden nur für die interne Auswertung benutzt, es erfolgt keine Weitergabe an Dritte.

Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßenm
Gabriela Huemer
2. Vorsitzende DÄGfA
Ressortleiterin QZ

Hier finden Sie umfangreiche Informationen und einen Überblick über die vielfältigen Arbeiten und Angebote der Qualitätszirkel „Akupunktur und Chinesische Medizin“ der DÄGfA.

Dr. med. Toshikatsu Yamamoto – Film und Kursankündigung

Die Neue Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA) gehört zu den
Mikrosystemen und hat weltweite Anerkennung und Verbreitung gefunden. Sie ist ein in sich geschlossenes System am Kopf und leicht zu erlernen. Behandlungserfolge können unmittelbar nach der korrekt durchgeführten Akupunktur erwartet werden.

Bad Nauheim: 11.-13.05.2018
Indikationen sind vor allemSchmerzen und Funktionsstörungen des Bewegungssystems sowie neurologische Erkrankungen bzw. deren Folgen. Darüber hinaus kommt die YNSA als Begleittherapie bei vielen organischen Erkrankungen, nach Verletzungen und Operationen zum Einsatz. Die ersten YNSA-Kurse in Deutschland hat Toshi Yamamoto vor über 20 Jahren in Bad Nauheim bei der DÄGfA gegeben. Trotz seines fortgeschrittenen Alters ist er weiterhin sehr aktiv und behandelt täglich Patienten in seiner Klinik in Miyazaki, Japan.

Vom 11.-13.05.2018 wird Dr. med. Hans Ogal in Baden Baden die Methode für Anfänger und Profis darstellen

Um einen Einblick in die Methode und das Wirken von Dr. Toshikatsu Yamamoto zu bekommen, schauen Sie auf unser Filmportal

Bericht – Moderatorengrundschulung vom 21.-22.10.2017

Seit 1996 unterstützt die DÄGfA den ärztlichen Austausch in Akupunktur- und TCM- Qualitätszirkeln ideell und finanziell. Am 21. und 22.10.17 war es wieder so weit, 9 DÄGfA -Mitglieder absolvierten die kostenfreie Moderatorengrundschulung unter der Leitung von Frau Baumann ( Kommunikationstrainerin) und der Moderation von Frau Gabriela Huemer. ( 2. Vorsitzende, Ressorleiterin QZ)

Neben Moderations- und Kommunikationstechniken wurde den Teilnehmern das Handwerkszeug vermittelt, wie ein QZ gegründet und geleitet werden kann. (nächste Schulung  sowie weiter Informationen zum Kurs siehe Homepage)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen zu unseren Qualitätszirkeln und Moderatorenschulungen finden Sie hier.

Bei allen Fragen beraten wir Sie gerne unter 089 / 710 05-11 oder fz@daegfa.de

 

 

Serie: Wissenschaft für die Kitteltasche

Die Studienlage zur Akupunkturwirkung bei Schulter-Arm-Syndrom (beispielsweise Frozen Shoulder, Periarthritis humeroscapularis)

Zusammenfassung:

In dieser narrativen Übersichtsarbeit werden neun ausgewählte Arbeiten zur Wirksamkeit von Akupunktur und verwandten Verfahren bei Schulter-Arm-Syndrom besprochen, darunter vier Übersichtsarbeiten (Reviews und Metaanalysen) und fünf randomisierte, kontrollierte Studien {Fußnote 1}

Series: Science for the coat pocket

Abstract:

This narrative review evaluates nine selected articles on acupuncture and related techniques for the treatment of shoulder pain, four reviews and five randomized controlled trials {footnote 1}

 CHRONISCHER SCHULTERSCHMERZ:

1. Bereits im Jahr 2012 wurde eine sehr große und wichtige Metaanalyse von A. Vickers und Kollegen [1]erstellt, die die individuellen Originaldaten von insgesamt 17.922 Patienten analysiert. Sie hatten bei verschiedenen Formen von chronischen Schmerzen Akupunktur erhalten. Eine ausführliche Besprechung der Studie findet sich im Journal Club der Dt Ztschr f Akup. 2012;55, 4.

In die Analyse für den chronischen Schulterschmerz fließen die Daten von drei hochrangigen publizierten, randomisierten, kontrollierten Studien mit insgesamt 564 Patienten ein (Kleinhenz et al 1999 [2], Guerra de Hoyos et al 2004 [3], Vas et al 2008 [4]).

Bei chronischen Schulterschmerzen kamen die Autoren zu folgendem Schluss: Akupunktur kann die Schmerzen deutlich reduzieren. Dabei ist der Therapieerfolg vollwertiger Akupunkturbehandlung eindeutig besser im Vergleich zur Minimal-Akupunktur.

Die Autoren fanden für Akupunktur eine große Effektstärke von 0,62 verglichen mit Minimal-Akupunktur. Der Effekt der Akupunktur ist somit klinisch relevant.

Die Autoren weisen auf den unspezifischen Effekt der Akupunktur hin, der auch bei der Minimal-Akupunktur eine Rolle spielt. Dieses erkläre ebenfalls die gewisse Wirkung der Minimal-Akupunktur.

Empfehlung: Auf Grund dieser methodisch sehr guten und validen Analyse sollte Akupunktur einen Baustein in der Therapie von chronischen Schulterschmerzen darstellen. Es gibt Unterschiede zwischen der Wirkung von Akupunktur und Minimal-Akupunktur. Die Analyse erlaubt die Schlussfolgerung, dass es nicht egal ist, wohin gestochen wird.

2. Eine qualitativ hochwertige und hochrangig publizierte, randomisierte, kontrollierte, einfach verblindete Studie von A. Molsberger und Kollegen aus dem Jahre 2010 [5] zu chronischen Schulterschmerz konnte belegen, dass die Akupunktur der konservativen orthopädischen Standardversorgung mit physikalischer, physiotherapeutischer und medikamentöser Therapie sowie der Minimal-Akupunktur überlegen war. An der Studie nahmen 424 akupunkturnaive (d.h. ohne bisherige Akupunkturerfahrung) Patienten mit seit mindestens sechs Wochen (im Durchschnitt elf Wochen) bestehenden Schulterschmerzen (Visuelle Analogskala >5) teil. Jeder Patient wurde innerhalb von sechs Wochen 15 Mal behandelt – je nach Gruppe mit Akupunktur, Minimal-Akupunktur oder orthopädischer Standardtherapie inklusive täglicher Schmerzmitteleinnahme (50 mg Diclofenac/Tag). Die Punkte für die Verum-Akupunktur wurden gemäß der chinesischen Lehre von einem Expertengremium beschlossen und semi-standardisiert angewandt; d.h. für jeden Patienten wurde zu jeder Akupunktursitzung individuell aus einem Pool von Akupunkturpunkten ausgewählt. Die Minimal-Akupunktur bestand aus beidseits je vier superfiziellen Nadelinsertionen (weniger als 5 mm tief) an definierten nicht-Akupunkturpunkten in der oberen Hälfte des Unterschenkels. Die Einteilung in die Gruppen erfolgte wie in dieser Art von Studien üblich nach einem computergesteuertem Zufallsprinzip. Die Patienten waren bezüglich der beiden Akupunkturgruppen verblindet. Zielparameter war der angegebene Schmerz (VAS) sofort nach Abschluss sowie drei Monate nach Ende der Behandlungen.

Direkt im Anschluss des Therapiezyklus zeigte sich, dass die Akupunktur (68%) der Minimal-Akupunktur (40%) und besonders der orthopädischen Standardtherapie (24%) signifikant überlegen war. Der Effekt hielt für die Verum-Akupunktur über drei Monate an: Akupunktur (78%), Standardtherapie (47%) und Minimalakupunktur (43%).

Der gegenüber vielen anderen Studien große Unterschied zwischen Verum- und Minimal-Akupunktur erklärt sich vermutlich daraus, dass für die Minimal-Akupunktur weit entfernte Einstichpunkte (nicht-idente, nicht benachbarte Dermatome) ausgesucht worden waren.

Empfehlung: Akupunktur sollte in der Therapie des chronischen Schulterschmerzes mit einbezogen werden.

IMPINGEMENTSYNDROM DER SCHULTER:

3. Eine große Übersichtsarbeit von W. Dong et al aus dem Jahr 2015 [6] mit 33 randomisierten, kontrollierten Studien und insgesamt 2300 Patienten untersucht unterschiedliche Behandlungsmethoden zum Impingementsyndrom der Schulter. Das Impingementsyndrom der Schulter ist eine zumeist schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Gelenkes. Es entsteht durch Degeneration oder Verletzung der Rotatorenmanschette so kommt es zur zunehmender Einklemmung der Supraspinatussehne.

Eine Trainingstherapie gilt als Goldstandard für diejenigen Patienten, die sich für eine konservative Therapie entscheiden.

Die Studie versucht eine Antwort auf diese komplexe Fragestellung zu geben und kommt zu dem Ergebnis, dass eine Kombination aus Trainingstherapie mit Akupunktur oder Kinesio-Tape (ein elastisches, selbstklebendes Pflaster, das die Funktionen des Köpers unterstützen oder wieder herstellen soll) zu einer signifikanten Verbesserung der Schulterfunktion beiträgt. Betrachtet man isoliert die Schmerzreduktion, so gibt es einen positiven Trend für lokale Injektionen (insbesondere Hyaluronsäure) und Nicht-Steroidale Antirheumatika. Nicht zu empfehlen ist laut der Autoren die Lasertherapie sowie die lokale Injektion von NSAIDs (wie z.B. Diclofenac oder Ibuprofen)

Empfehlung: In der frühen Phase des Impingementsyndroms der Schulter verbessert eine Kombination aus Trainingstherapie und Akupunktur komplexe Funktionsparameter der Schulter und reduziert eventuelle Schmerzen.

4. In der aktuellen prospektiv, randomisierten, kontrollierten, doppelverblindeten Studie von S. Kibar und Kollegen aus dem Jahr 2017 [7] wurden 73 Patienten mit Impingementsyndrom der Schulter Stadium I und II (MRT ermittelt) untersucht. Verglichen wurde die Wirkung eines aktiven Lasergeräts mit einem inaktiven Lasergerät (Sham) jeweils an traditionellen chinesischen Akupunkturpunkten. Nicht beschrieben ist, ob der Laserstift auf die Haut aufgesetzt wurde oder über dem Akupunkturpunkt gehalten wurde. Bei einem aufgesetzten Lasergerät hat vermutlich eine Akupressur stattgefunden. Somit kann man auch beim inaktiven Laserstift nur von Sham, nicht aber von Placebo sprechen. Beide Gruppen erhielten zudem im gleichen Umfang Wärme- und Bewegungstherapie. Per Zufallsprinzip wurden die Patienten in zwei Gruppen eingeteilt: Die Therapiegruppe (n = 36) erhielt über insgesamt drei Wochen 15 Sitzungen (fünf Mal pro Woche) mit dem Infrarot Laser an elf Akupunkturpunkten (Wellenlänge 850 nm; pro Akupunkturpunkt 40 Sekunden; 4 Joules/cm2 (Gesamtdosis: 44 Joules für elf Akupunkturpunkte)), die Kontrollgruppe (n = 37) erhielt das exakt gleiche Vorgehen jedoch mit einem inaktiven Lasergerät. Zielparameter waren die Schmerzintensität ermittelt durch die Visuelle Analog Scala (VAS), der Bewegungsumfang, die Funktion und der sog. Shoulder Pain Disability Index (SPADI). Messzeitpunkte waren vor Therapiebeginn sowie sofort nach Abschluss der 15 Behandlungen nach drei Wochen.

Es zeigte sich nach der Behandlung mit Laser an Akupunkturpunkten eine signifikante Besserung aller gemessenen Parameter sowohl im Vergleich zu der Kontrollgruppe als auch zu den Ausgangswerten vor Therapiebeginn.

Empfehlung: Diese Studie ist die erste, die die Wirkung von Lasertherapie beim Impingementsyndrom der Schulter untersucht. Die Daten weisen auf einen Nutzen der Lasertherapie bei dieser Indikation hin.

 

SCHMERZHAFTE MUSKELPUNKTE/TRIGGERPUNKTE:

5. Eine Übersichtsarbeit von K. Wang und Kollegen aus dem Jahre 2016 [8] untersucht die Ergebnisse von einer randomisierten, kontrollierten und acht quasi-randomisierten Studien mit insgesamt 859 Patienten bezüglich der Behandlung von schmerzhaften Muskelpunkten bei Schulterschmerzen. Verglichen wurde in diesen Studien die lokale Therapie an Ashi Punkten mit verschieden Therapieformen der konventionellen Akupunktur. Als Therapieformen galten manueller Druck und Dehnung, Akupunktur, Elektroakupunktur, Moxibustion und/oder Schröpfen an schmerzhaft verhärteten, lokalen Muskelpunkten (sogenannte aktiven, muskuläre Triggerpunkte (MTrPs)/engl: „taut band“/„Ashi Punkte“) sowie zum Teil körperliche Übungen und Massage. Die Kontrollgruppen erhielten an konventionellen Akupunkturpunkten Akupunktur, Elektroakupunktur, Moxibustion und/oder Schröpfen nach den Regeln der chinesischen Medizin sowie zum Teil körperliche Übungen und Massage, medikamentöse Therapie (Nicht Steroidale Antirheumatika) oder wurden auf eine Warteliste gesetzt. Zielparameter waren Funktion, Schmerz und Genesung.

Sieben Studien kamen zu dem Schluss, dass die explizite, lokale Behandlung dieser schmerzhaften Muskelpunkte genau so gut ist wie konventionelle Akupunktur. Eine Studie (n=156) konnte zeigen, dass Akupunktur an den lokalen, schmerzhaften Muskelpunkten zu signifikant besserer Heilungsrate führt als medikamentöse Therapie (das NSAID „Fenbid“). Die qualitativ hochwertigste der untersuchten Studien (n= 72) vergleicht die ausgedehnte lokale Behandlung von MTrPs mittels manueller Kompression und Dehnung im Sinne von Akupressur mit keiner Therapie. Sie kam zu dem Schluss, dass bezüglich der Zielparameter DASH Fragebogen und Anzahl von aktiven MTrPs die manuelle, lokale Behandlung von MTRPs der Nicht-Behandlung überlegen war.

Wegen der teilweise geringen Qualität der Studien sind die Autoren vorsichtig mit ihrer Aussage, dass die lokale Behandlung mit Akupunkturnadeln oder manuelle Kompression und Dehnung von schmerzhaften Muskelpunkten der konventionellen Akupunktur, medikamentösen Therapie oder keiner Therapie überlegen ist.

 

Empfehlung: die Behandlung von schmerzhaften Muskelpunkten mittels Akupunkturnadeln kann beim Schulterschmerz sinnvoll sein. In einer Studie ist sie der medikamentösen Therapie überlegen.

6. Eine Übersichtsarbeit (systematisches Review mit Metaanalyse) von J. Ong und L. Claydon [9] aus dem Jahr 2014 untersuchte insgesamt fünf randomisierte, kontrollierte Studien mit insgesamt 266 Patienten, die Akupunktur an schmerzhaften Muskelverspannungen (myofaziale Triggerpunkte (MTrPs)) bei Nacken- und Schulterschmerzen erhalten haben. Es wurden die reine Triggerpunktakupunktur (Dry Needling) mit Injektion von lokalem Betäubungsmittel (Lidocain; vier Studien) beziehungsweise mit Placebo-Laser (ein Laserstift, der nur sichtbares Licht abgab; eine Studie) verglichen. Die Frequenz von Dry Needling variierte zwischen einer einmaligen bis zu einer wöchentlichen Behandlung über drei Wochen. Dabei zeigte sich, dass es keinen signifikanten Unterschied zwischen der Triggerpunktakupunktur (Dry Needling) und der Injektion mit Lidocain gab. Jedoch zeigte sich eine Tendenz, dass es unmittelbar nach der Injektion mit Lidocain zu einer stärkeren Verbesserung der Symptome kam, die reine Akupunktur jedoch nach drei und sechs Monaten der Injektion mit Lokalanästhetikum überlegen war. Beide Therapieformen bessern die Beschwerden im Gegensatz zum Zeitpunkt vor der Behandlung. Kein signifikanter Unterschied konnte zwischen einer Behandlung mit Dry Needling und Placebo-Laser gezeigt werden.

Die Autoren dieser Übersichtsarbeit schlussfolgern, dass die Triggerpunkt Akupunktur (Dry Needling) bei ähnlichem Therapieergebnis wegen der Praktikabilität und der Kosten-Nutzen-Relation der Injektion von Lidocain vorgezogen werden sollte.

 

Empfehlung: Besonders für den Langzeiteffekt scheint die Triggerpunkt Akupunktur (Dry Needling) eine gute Behandlungsmethode bei schmerzhaften Muskelverspannungen von Nacken und Schulter zu sein.

SUBAKROMIALER SCHMERZ

7. In der aktuellen prospektiven, randomisierten, kontrollierten einfach verblindeten Studie von J. Lewis und Kollegen von 2017 [10] wurden 227 Patienten mit seit durchschnittlich sechs Monaten bestehenden, unilateralen subakromialen Schulterschmerzen im Dermatom C5/C6 eingeschlossen. Sie wurden per Zufall in drei gleich große Gruppen eingeteilt und jeweils sechs Mal im wöchentlichen Abstand behandelt: die erste Gruppe erhielt Physiotherapie, die zweite Gruppe Physiotherapie und Akupunktur und die dritte Gruppe Physiotherapie und Elektroakupunktur. Es gab drei Protokolle für die Auswahl der Akupunkturpunkte: ein Schema für antero-lateralen Schulterschmerz, eines für postero-lateralen und eines für generalisierten Schulterschmerz. Die Patienten erhielten das für sie individuell am geeignetste Schema (antero-laterales Protokoll: 69,7% der Patienten, postero-laterales Protokoll: 11,8% der Patienten und generalisierten Schulterschmerz: 18,5% der Patienten). Ob ein Physiotherapeut oder ein Arzt entschied, welches Protokoll der Patient erhalten sollte, ist in der Studie nicht beschrieben. Es wurden immer sechs lokale Punkte gestochen sowie vier bis fünf Fernpunkte an den Extremitäten. Patienten und Therapeuten waren entsprechend der Therapieformen nicht verblindet, wohl aber die Begutachter der Ergebnisse. Primärer Studienparameter war der sog. „Oxford Shoulder Score“ (OSS) direkt im Anschluss der Behandlung sowie nach sechs und zwölf Monaten. Alle drei Gruppen zeigten durch die Therapien eine Verbesserung der Symptomatik. Es bestand kein signifikanter Unterschied zwischen den drei Gruppen. Nach sechs Monaten wurde eine stärkere, den anderen Gruppen gegenüber nicht signifikante Schmerzreduktion durch die Elektroakupunktur beschrieben. Die Autoren schlussfolgern daher, dass sowohl Akupunktur als auch Elektroakupunktur keinen zusätzlichen Nutzen zu alleiniger Physiotherapie haben.

Kritisch müssen drei Dinge in dieser Studie angemerkt werden: Zum einen fehlen nach sechs Monaten für das primäre Outcome OSS 22% der Daten („lost to follow up“), für das sekundäre Outcome sogar 33% der Daten. Was bekanntlich die Aussagekraft jeder Studie mindert. Zum anderen ist unklar, wer die Therapieentscheidungen getroffen hat: ob Arzt oder Physiotherapeut. Zudem wurden die Akupunkturbehandlungen von Physiotherapeuten mit einer sehr geringen Akupunktur Ausbildung von 80 Stunden durchgeführten. Doch ist diese Studie gut publiziert und sollte daher hier inklusive ihrer Einschränkungen Erwähnung finden.

 

Empfehlung: In dieser Studie zeigt die Akupunktur und Elektroakupunktur keinen zusätzlichen statistischen Nutzen zu einer alleinigen Physiotherapie. Klinisch beobachtbar sind vermeintlich additive Effekte durch die Elektroakupunktur. Unklar bleibt die Ausbildung der Therapeuten und die Auswahl der Akupunkturbehandlung.

 

SCHULTERSCHMERZ BEI HEMIPLEGIE:

8. Schulterschmerzen bei Halbseitenlähmung nach einem Schlaganfall werden häufig beschrieben. Eine randomisierte, kontrollierte Studie aus China von H. Zhao und Kollegen aus dem Jahr 2015 [11] mit 124 Patienten verglich den Unterschied von Moxibustion auf einer Akupunkturnadel und der Standardtherapie (Krankengymnastik, Ergotherapie). Die Moxibustion, kurz Moxa genannt, ist eine Therapieform der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dabei wird meist Beifußkraut (Artemisia princeps) verbrannt. Diese Wärme wird therapeutisch genutzt. Eine Möglichkeit der Wärmeapplikation ist das komprimierte Kraut auf die Akupunkturnadel zu setzen. So erreicht die Wärme tiefere Schichten.

Direkt nach der zweiwöchigen Therapie (fünf Behandlungen pro Woche) reduzierten beide Therapien sowohl den Schmerz signifikant und verbesserten den Bewegungsumfang signifikant im Gegensatz zu vor den Behandlungen.  Die Forscher konnten darüber hinaus zeigen, dass die kombinierte Moxa- und Akupunkturbehandlung den Schmerz stärker senkt und den Bewegungsumfang deutlicher bessert als die Physiotherapie. Signifikant wurde der Unterschied zwischen den Therapieformen bei der Nachuntersuchung nach drei Monaten: zu diesem Zeitpunkt gaben die Patienten der Akupunktur-Moxa-Gruppe signifikant geringeren Schmerz an und waren signifikant beweglicher als die Patienten der Standardtherapie-Gruppe.

 

Unsere Schlussfolgerung: Besonders für den Langzeiteffekt kann die Kombination von Moxa und Akupunktur gut für die Therapie des Schulterschmerzes bei Halbseitenlähmung nach Schlaganfall eingesetzt werden.

Keywords: acupuncture AND (shoulder OR frozen shoulder OR shoulder pain OR impingment OR periartritis humeroscapularis) – Treffer pubmed: 364

Filter: RCT, Review, full text, 10 years, english – Treffer pubmed: 64

 

Basic Source: Literaturliste des WissZ (online: www.daegfa.de)

 

Die Studienauswahl für diese narrative Übersicht erfolgte nach den Kriterien Studienqualität, Anzahl der Studienteilnehmer, Aktualität und Darstellung eines breiten Spektrums zur Thematik (Stand 17. Mai 2017).

Autoren: Stör J; Stör W

 

Acknowledgement

Dr. med. Johannes Fleckenstein unterstützte die Autoren beim Redigieren des Manuskripts.

Anmerkung

Die Grundlagen zu diesem Artikel und zu dieser Serie wurden im Rahmen eines ausgeschriebenen und teilweise honorierten Auftrags des Wissenschaftszentrums der DÄGfA erarbeitet. Die entsprechende Version finden Sie unter http://www.daegfa.de/ PatientenPortal/Anwendungsgebiete.Indikationsliste.aspx

Korrespondenzadresse: johanna.stoer@gmx.de

Literatur:

1. Andrew J. Vickers, Angel M. Cronin, Alexandra C. Maschino, George Lewith, Hugh MacPherson, Norbert Victor, Nadine E. Foster, Karen J. Sherman, Claudia M. Witt, Klaus Linde

Acupuncture for chronic pain: individual patient data meta-analysis

Arch Intern Med. 2012 Oct 22; 172(19): 1444–1453.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3658605

2. Kleinhenz J, Streitberger K, Windeler J, Güssbacher A, Mavridis G, Martin E.

Randomised clinical trial comparing the effects of acupuncture and a newly designed placebo needle in rotator cuff tendinitis

Pain. 1999 Nov;83(2):235-41.

3. Guerra de Hoyos JA, Andrés Martín Mdel C, Bassas y Baena de Leon E, Vigára Lopez M, Molina López T, Verdugo Morilla FA, González Moreno MJ

Randomised trial of long term effect of acupuncture for shoulder pain.

Pain. 2004 Dec;112(3):289-98.

4. Vas J, Ortega C, Olmo V, Perez-Fernandez F, Hernandez L, Medina I, Seminario JM, Herrera A, Luna F, Perea-Milla E, Mendez C, Madrazo F, Jimenez C, Ruiz MA, Aguilar I.

Single-point acupuncture and physiotherapy for the treatment of painful shoulder: a multicentre randomized controlled trial.

Rheumatology (Oxford). 2008 Jun;47(6):887-93. doi: 10.1093/rheumatology/ken040. Epub 2008 Apr 10.

5. Molsberger AF, Schneider T, Gotthardt H, Drabik A

German Randomized Acupuncture Trial for chronic shoulder pain (GRASP) – a pragmatic, controlled, patient-blinded, multi-centre trial in an outpatient care environment.

Pain. 2010 Oct;151(1):146-54

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20655660

6. W Dong, MM, Hans Goost, MD, Xiang-Bo Lin, MD, Christof Burger, MD, Christian Paul, MD, Zeng-Li Wang, MM, Tian-Yi Zhang, MM, Zhi-Chao Jiang, MSc, Kristian Welle, MD, and Koroush Kabir, MD

Treatments for Shoulder Impingement Syndrome

A PRISMA Systematic Review and Network Meta-Analysis

Medicine (Baltimore). 2015 Mar; 94(10): e510.

Published online 2015 Mar 13.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4602475/

 

 

7. Kibar S, Konak HE, Evcik D, Ay S

Laser Acupuncture Treatment Improves Pain and Functional Status in Patients with Subacromial Impingement Syndrome: A Randomized, Double-Blind, Sham-Controlled Study.

Pain Med. 2017 May 1;18(5):980-987. doi: 10.1093/pm/pnw197.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27816913

8. Wang KF, Zhang LJ, Lu F, Lu YH, Yang CH

Chin J Integr Med. 2016 Jun;22(6):467-72

Can Ashi points stimulation have specific effects on shoulder pain? A systematic review of randomized controlled trials.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26129899

9. Ong J, Claydon LS

The effect of dry needling for myofascial trigger points in the neck and shoulders: a systematic review and meta-analysis.

J Bodyw Mov Ther. 2014 Jul;18(3):390-8

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25042309

10. Lewis J, Sim J, Barlas P

Acupuncture and electro-acupuncture for people diagnosed with subacromial pain syndrome: A multicentre randomized trial.

Eur J Pain. 2017 Jan 20. doi: 10.1002/ejp.1001

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28106306

11. Zhao H, Nie, W Yuxiu Sun Y, Li S, Yang S, Meng F, Zhang L, Wang F, Huang S

Warm Needling Therapy and Acupuncture at Meridian-Sinew Sites Based on the Meridian-Sinew Theory: Hemiplegic Shoulder Pain

Evid Based Complement Alternat Med. 2015

Published online 2015 Oct 1

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4606215/

 

Ein Rückblick: 17. Summerschool of Acupuncture – Erlebe Akupunktur mit Haut und Haar

Die Summerschool of Acupuncture der DÄGfA findet jedes Jahr im August in der Jugendherberge Lenggries  statt.
Dieses Jahr fanden sich insgesamt 5 Tutoren der DÄGfA und 29 Teilnehmer aus verschiedensten deutschen Universitäten und der Universität Riga im schönen bayrischen Bergenland zum Extrapauken in den Semesterferien ein.
Das Programm für die Studenten beinhaltet die Grundlagen der traditionell chinesischen Medizin in Theorie und Praxis sowie je nach Zusammensetzung des betreuenden Teams verschiedene Spezialkurse.
Der 5 tägige Aufenthalt, der täglich um 07:30 Uhr mit einer Qi Gong Einheit beginnt und mit praktischen Nadeleinheiten bis spät in die Nacht endet, hinterlässt weitreichende Spuren, die nicht nur von Müdigkeit geprägt sind. Aus Fremden werden in kürzestem Zeitraum beherzte Behandler und neugierige Patienten, die von früh bis spät Theorie aufsaugen, Theorie in Praxis umsetzen und in den abendlichen Gesprächsrunden Raum haben sich mit der auf sie zukommenden Rolle als Arzt auszutauschen. „Ich dachte immer ich wäre ein Einzelgänger mit meinen Vorstellungen. Es tut gut zu wissen, dass es noch mehr Ärzte geben wird, die so denken wie ich“
Der allseits beliebte und zugleich gehasste Gong der Klangschale sorgt dafür, dass das straffe Programm einen Rahmen findet.
Die Stimmung, der Tatendrang und der praktische Anteil wächst mit jedem Tag und endet in einer offenen Fragerunde in der Tips und Anregungen für alle brennenden Fragen über Akupunktur und alle im Kopf angesammelten Beschwerden aus dem Freundes- oder Verwandtenkreis gegeben werden.
„Ich möchte weiter akupunktieren“

„Wir wollen uns wieder sehen und einen Arbeitskreis aufbauen“.

Jedes Jahr entstehen so über die Summerschool neue studentische Arbeitskreise an den Universitäten, die mit Hilfe der ehemaligen Teilnehmer und der Unterstützung der DÄGfA weitere Plattformen zum Kennenlernen der TCM und dem weiterem Ausbau der eigenen Akupunkturkenntnisse dienen.

Ich fahre jedes Mal am Ende der Summerschool mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause wissend, dass Ärzte eben doch höchst engagierte, wohlwollende und an der Genesung des Patienten interessierte Menschen sind.

Carolin Diesch

Bericht – Bewusstseinstage auf der Hallig Oland

Das Erleben der 5 Elemente hautnah, 

TCM im Philosophischen durchdringen, aber auch im Magen spüren,

Den Geist im Meditativen zur Ruhe bringen,

die Fragen des alltäglichen zu Beruf und Familie neu sortieren,

Alles unter der stoischer Zeugenschaft der Ringelgänse ….

 ..……………..das alles war Oland 2017.

 Vom 27.-30. 4. 2017 fanden zum ersten Mal unter dem „Dach der DÄGfA“  die Besinnungstage auf der Nordfriesischen Hallig statt.

Das „Format“ wurde vor Jahren schon von Dr. C. Heinemann – Lindt  und Dr. R. Pothmann (Psychotherapeutischer Anteil) mit Hilfe von Matthias Grot (Zen/Mediationen) und den TCM Ernährungsberaterinnen Suse Grot & Gariele Sedlag entworfen.

 

Jetzt allerdings zum erstem Mal als DÄGfA-Seminar ergänzt durch Inhalte zur TCM –Theorie/ Philosphie/Menschenbildlehre, die von S.Schierl und Dr. N. Behrens nahe gebracht wurden.

 

Das Ergebnis war ein wirklich ganzheitlich, sehr dicht zu nennendes Seminar, welches auch den meist ebenfalls erfahrenen „Gesundheitsarbeitern“ aus dem Teilnehmerkreis die Gelegenheit gab, sich mit ihren Erfahrungen einzubringen.

 

 

 

Dieses WIR getragen vom Geist, dem Land, dem Meer, dem Wind erlaubte tatsächlich zur Besinnung zu kommen und gestärkt mit vielen neuen Anregungen und Gedanken ins Alltagsleben zurückzukehren.

 

Schön, dass die DÄGfA nun ein ergänzendes Angebot bereit hält, was tief in die geistig- spirituellen Aspekte der TCM  einsteigt, allerdings stets mit Bodenhaftung durch die praktischen Übungen in der Meditation, die Atmosphäre der Landschaft und vor allem auch durch das hervorragende Essen.
Dr. Marcus E.Netzel 28.05.2017

Nächstes Hallig-Oland Seminar: 26.-29.04.2018 

Das Seminar kann als M8- Abschlusskurs des Meister für Ost-Asiatische Medizin DÄGfA anerkannt werden.

Kursbuchung 

Meditation zum Sonnenuntergang:

Impressionen von der 31. Akupunktur-Woche in Bad Nauheim

Unter dem diesjährigen Motto der Jahrestagung „Akupunktur eine Herzensbewegung“  blicken wir zurück auf eine vielseitige, impulsierende und Herz und Geist anregende 31. Akupunkturwoche in Bad Nauheim.

In rund 80 Kursen mit bekannten Dozenten aus dem In- und Ausland konnten die Teilnehmer ihr Akupunktur- und TCM-Wissen vertiefen.

 

Eine solche Woche gelingt nur mit einem gut funktionierenden Team. Ein großer Dank geht an unsere FZ-Mitarbeiterinnen für die gesamte Vor- und Nachbereitung.

 

 

 

Nonstop im Einsatz – unsere Tutorinnen und Tutoren der DÄGfA!  Sie begleiteten die Woche mit großer Freude und profundem Wissen und packten an, wo immer es Hilfe benötigte. Am Freitag organisierten sie den alljährlichen Studententag der DÄGfA – fachlich fundiert, didaktisch versiert und mit viel Spaß und Motivation!

 

 

Die Akupunkturwoche bietet neben den Fortbildungen auch ausreichend Zeit für Austausch und kollegiales Gespräch.

 

 

 

 

 

Für die Frühaufsteher begann jeder Morgen entspannt mit Qigong– Dank des schönen Wetters fast immer im Freien.

 

 

 
Für diejenigen, die den Tag auch noch mit uns ausklingen lassen wollten oder noch etwas für Herz und Freude brauchten, boten unsere Abendveranstaltungen ausreichende Möglichkeiten.

 

 

 

Eine heitere Lesung von Herrn Kolkhorst „Marc Twain“ leitete die Woche ein, beim Kicker-Tunier ging es mit vollem Körpereinsatz zur Sache, nach alter Tradition wurde am Donnerstag -dieses Jahr bei Grill und Tanz- bis in die frühen Morgenstunden gefeiert um dann am Freitag mit einer wunderbaren Film- und Erzählreise nach Polen  die Abendveranstaltungen der Woche ausklingen zu lassen.

 

 

Chinesische Medizin – mit besonders qualifizierten DÄGfA-Dozenten wurde die gesamte Palette unserer diplomierten Spezial- und Meisterausbildungen von Chinesischer Arzneitherapie (CAT), Tuina, Qigong und Ernährungstherapie bis zur vertiefenden Akupunktur geboten. Aufmerksamkeit fanden die Spezialkurse mit Prof. Dr. Peilin Sun (Preventive treatment with acupuncture, Allergic conditions treated with acupuncture),  Jürgen Mücher (Vom Symptom zum Disharmoniemuster), Supervion-CAT mit Anna Mietzner (Menstruationsstörungen und Kinderwunsch) und Axel Wiebrecht zum Thema Sicherheit der chinesischen Heilkräuter.

 

Mit dem Schwerpunkt  „Integrative Konzepte der Akupunktur“ sind unsere fachbezogenen Kurse (M3 der Meister-Ausbildung) aufgebaut. Hier stellen mehrere Fachärzte/Experten die Möglichkeiten der Einbindung von TCM/Akupunktur und anderer Verfahren in ihre tägliche praktische Arbeit dar.  Diesmal fanden in Bad Nauheim Kurse für die Fachgebiete HNO und Psychiatrie/Psychosomatik statt.

 Weitere Integrative Highlights: Koreanische Handakupunktur- Dr.J. Stockenreiter, Applied Kinesiology/Manuelle Medizin-Dr. Hans Garten, Aku Taping –Dr. H.U. Hecker/A.Steveling, Mikrobiom-Dr.A.Rubach.

 

„Hands-On“ – ist das DÄGfA Motto, das seit Jahren die hohe Qualität und Praxisrelevanz all unserer Kurse auszeichnet. Spezialkurse dieser Art waren in Bad Nauheim der Punktlokalisationskurs für erfahrene Akupunkteure- Dr. K.Trinczek, Topographisch Physiologische Akupunktur – Dr. A. Pollmann, Segment Akupunktur – Dr. T. Ots, Rückenschmerz integrativ – Dr. N. Behrens und die Triggerpunkt Akupunktur- Dr. D. Irnich.

 

 

Veterinärmedizin und Akupunktur:  Praxisnah – mit live Demonstrationen an Hund und Pferd und gut verständlich auch für Humanmediziner – konnte hier über den Tellerand hinaus geblickt werden.

Auch die Moderatoren der DÄGfA Qualitätszirkel kamen zum Austausch nach Bad Nauheim im Rahmen der Moderatoren-Aufbauschulung unter Leitung von Stephanie Baumann und Moderation der QZ-Ressortleiterin und 2. Vorsitzenden Gabriela Huemer.

 

„Durchbruch zum Geistigen“, wie es DÄGfA-Gründungsmitglied Bachmann nannte, kam wie immer in Bad Nauheim nicht zu kurz. Jochen Gleditsch’ Synthese zur „Selbstfindung durch Wandlung“ interpretiert anhand des I Ging und auch die Daoistische Körperkosmologie mit Prof. Dr. Livia Kohn waren Highlights auf diesem Weg.

Den Höhepunkt jeder Akupunktur-Woche stellt die Jahrestagung am Christi Himmelfahrtstag dar:

Mit hochkarätigen wissenschaftlichen Vorträgen am Vormittag und vertiefenden Workshops am Nachmittag vermittelt die Jahrestagung die gesamte Bandbreite unserer Fachgesellschaft. Sie spannte einen Bogen von Erkenntnissen der Grundlagenforschung zu klinischen Behandlungskonzepten und von der Körper-Geist-Betrachtung in der alten chinesischen Philosophie bis hin zu modernen Vorstellungen der Integrativen Medizin.

 

John C. Longhurst, MD, PhD

Dr. med. Bettina Hauswald

 

 

 

 

 

 

 

Dr.Thomas Breitkreuz

Prof.Dr.Livia Kohn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die DÄGfA-Jahrestagung mit der anschließenden Mitgliederversammlung klingt traditionell in einem feierlichen Abend aus, diesmal mit Grill und Tanz.

 

 

 

Und nun ein Ausblick auf unsere Akupunkturwoche 2018 – vom 07.-13.Mai:

In den letzten Jahren wurde in der DÄGfA der Schwerpunkt Traditionelle Japanische Medizin (TJM) mit Akupunktur und Kampo-Medizin weiter aufgebaut. Die Basiskurse Japanische Akupunktur und Kampo-Medizin, die jeweils den einzeln zu belegenden Leistungskurs einläuten, und gleichzeitig Modul VI der Ausbildung zum „Meister der Ost-Asiatischen Medizin DÄGfA“ darstellen, werden von Heidrun Reissenweber-Hewel und Ulrich Eberhard  nach japanischer Tradition gelehrt. David Euler kommt regelmäßig aus Boston, USA für Spezialkurse und im Rahmen der Aku-Tage München. Des Weiteren bereichern Dr. Toshikatsu Yamamoto und Dr. H. Ogal seit vielen Jahren mit der YNSA (Yamamoto Neue Schädelakupunktur) unser Programm.  Wir möchten alle Interessenten/Anwender der Traditionellen Japanischen Medinzin (TJM) daher schon jetzt einladen zu einer Schwerpunktwoche in Bad Nauheim 2018.

Wir bedanken uns für eine wunderbare Akupunkturwoche bei allen Teilnehmern und Mitwirkenden,

Ihr DÄGfA-Team

 

 

 

 

Fotos Judith Häusler 

Pressemitteilung: Mit der Nadel gegen Depressionen

Die WHO widmet den diesjährigen Weltgesundheitstag der Volkskrankheit Depression. Akupunktur ist eine wissenschaftlich basierte und nebenwirkungsarme ergänzende Therapie bei Depressionen.

München, 3. April 2017 – Laut Bundesgesundheitsministerium werden Depressionen im Jahre 2020 die zweithäufigste Volkskrankheit sein. Mit etwa vier Millionen depressiv Erkrankten gehören sie in Deutschland schon heute zu den häufigsten Beschwerden. Akupunktur ist eine wissenschaftlich basierte und nebenwirkungsarme ergänzende Therapie bei Depressionen. Für die Wirksamkeit der Nadeln sprechen aktuelle Auswertungen mehrerer internationaler Studien der letzten Jahre. Das Interesse an Akupunktur als begleitende Therapie wächst.

Bei einer Depression handelt es sich um eine ernste psychische Erkrankung, die sich in unterschiedlichen Formen und Schweregraden zeigt. Ihre Auslöser können ganz verschiedener Natur sein. Lebensumstände, Belastungen, genetische Faktoren, aber auch Jahreszeiten begünstigen – oftmals im Zusammenspiel – eine Erkrankung.

Um die Betroffenen effektiv behandeln zu können, ist eine frühe Diagnose und eine individuell abgestimmte Therapie wichtig. Eine gängige Behandlungsmethode ist die Kombination von Medikamenten (z. B. Antidepressiva) und Psycho- oder Verhaltenstherapie. Darüber hinaus können begleitende Maßnahmen wie Licht-, Ergo- oder Kunsttherapie oder Sport zur Heilung beitragen. Seit einigen Jahren werden auch Akupunkturnadeln in Kombination mit den herkömmlichen Therapien erfolgreich gegen Depressionen eingesetzt. Da sich eine Depression in vielen verschiedenen Anzeichen und Symptomen äußern kann, ist eine differenzierte, qualitativ hochwertige Akupunktur von großer Bedeutung.

Überzeugende Wirkung …

In der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Akupunktur schon lange zur Behandlung von Symptomen der Depressionen angewandt. In Deutschland gilt die Wirksamkeit des komplementär-medizinischen Verfahrens bei bestimmten Krankheitsbildern als wissenschaftlich erwiesen und anerkannt. Dazu gehören beispielsweise Knieschmerzen bei Arthrose und Rückenschmerzen. Bei diesen Beschwerden werden die Kosten einer Akupunktur-Behandlung in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

… und geringe Nebenwirkung

Eine Auswertung mehrerer in den letzten Jahren weltweit durchgeführter Studien zeigt auf, dass die Nadeln auch bei Depressionen wirken können (siehe Infokasten). In sogenannten „multimodalen“ Behandlungs-konzepten, die die verschiedenen Therapien zusammenführen, lindert Akupunktur als ergänzende Anwendung häufig erfolgreich die Symptome. Darüber hinaus profitieren Patienten davon, „dass die Akupunktur oft eine Verringerung der Medikamentendosis ermöglicht und eine vergleichsweise sehr geringe Rate unerwünschter Wirkungen zeigt“, so PD Dr. med. Dominik Irnich, 1. Vorsitzender der 1951 gegründeten Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V., Leiter der Interdisziplinären Schmerzambulanz am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und kürzlich ausgezeichnet mit dem renommierten „Excellence in Integrated Medicine Research Award 2016“.

                                                                                                                                           

Informationen / Hintergründe für Redaktion

Kernbotschaften des Übersichtsartikels „Akupunktur bei psychiatrischen Erkrankungen“ von Dr. med. Richard Musil et al., Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität in München und Dozent der DÄGfA.

Verbesserung der Depression bei guter Verträglichkeit

Behandlung von dreißig Patienten mit Körperakupunktur und kranieller Elektrostimulationsakupunktur (ESA) ein- bis zweimal pro Woche über einen Zeitraum von acht Wochen. Unabhängig von der Häufigkeit der Behandlung zeigte sich in beiden Gruppen eine signifikante Verbesserung der depressiven Symptomatik bei guter Verträglichkeit.
Mischoulon D, Brill CD, Ameral VE, Fava M, Yeung AS (2012): A pilot study of acupuncture monotherapy in patients with major depressive disorder. In: Journal of Affective Disorders, 2012 Dec 10, 141(2-3), 469-73

Es ist nicht egal wohin man sticht!

Randomisierte kontrollierte Studie – der sogenannte Goldstandard in der klinischen Forschung für den Beleg von Wirksamkeit und Sicherheit neuer Therapien – mit dreiundsiebzig Patienten. Behandlung mit dem Antidepressivum Fluoxetin und zusätzlich einer ESA oder Sham-Nadelung mit Elektrostimulation, d.h. durch-geführt an Stellen, die von den klassischen chinesischen Akupunkturpunkten entfernt liegen. Dabei zeigte die Akupunkturbehandlung eine bessere Wirkung auf die depressive Symptomatik als die Sham-Nadelung.
Zhang ZJ, Ng R, Man SC, Li TY, Wong W, Tan QR, Wong HK, Chung KF, Wong MT, Tsang WK et al: Dense cranial electroacupuncture stimulation for major depressive disorder – a single-blind, randomized, controlled study. In: PLoS One 2012, 7(1):e29651.

Deutlichere Verbesserung bei Schmerz- und Depressionssymptomatik mit Akupunktur

Behandlung von 755 Patienten über 3 Monate mit (1) Usual Care (normale Versorgungspraxis) oder (2) Akupunktur und Usual Care oder (3) Counselling (Beratung durch Mitglieder der British Association for Counselling and Psychotherapy) und Usual Care. Patienten, die zusätzlich Akupunktur oder Counselling erhielten, zeigten eine signifikant deutlichere Verbesserung der depressiven Symptomatik als die Patienten, die nur die normale ärztliche Versorgung erhielten. Zusätzlich konnte ein Rückgang der eingenommenen Medikation bzw. Schmerzmedikation in der Akupunkturgruppe festgestellt werden.
MacPherson H, Richmond S, Bland M, Brealey S, Gabe R, Hopton A, Keding A, Lansdown H, Perren S, Sculpher M et al: Acupuncture and counselling for depression in primary care: a randomised controlled trial. In: PLoS Med 2013, 10(9):e1001518.

Kombination aus Antidepressivum und Akupunktur rein pharmakologischer Behandlung überlegen

Studie mit 160 Patienten, bei der die Kombinationstherapie aus Antidepressivum und Akupunktur bessere Ergebnisse zeigte als eine rein pharmakologische Behandlung. Patienten, die zusätzlich Akupunktur erhielten, benötigten insgesamt zudem weniger Erhöhungen der Dosis des verabreichten Antidepressivums Paroxetin.
Qu SS, Huang Y, Zhang ZJ, Chen JQ, Lin RY, Wang CQ, Li GL, Wong HK, Zhao CH, Pan JY et al: A 6-week randomized controlled trial with 4-week follow-up of acupuncture combined with paroxetine in patients with major depressive disorder. Journal of Psychiatric Research 2013, 47(6):726-732.

Ergebnis der Meta-Analyse “Vorteil der Kombination von Akupunktur und Antidepressivum bei Depression/ The benefit of combined acupuncture and antidepressant medication for depression: A systematic review and meta-analysis” von Yuan-Yu Chang et al., Department of Psychiatry, Taoyuan Armed Forces Hospital, Taoyuan, Taiwan; Graduate Institute of Integrated Medicine, China Medical University, Taichung, Taiwan.

Kombinierte Behandlung von Antidepressivum und Akupunktur ist schneller, effektiv, sicher und gut verträglich

Die Untersuchung von 13 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 1046 Patienten zeigt einen signifikanten Unterschied zwischen der Behandlung von Depressionen mit Antidepressiva allein sowie der Behandlung von Depressionen mit Antidepressiva in Kombination mit Akupunktur. Diese systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse zeigt über einen Zeitraum von 6 Wochen, dass die kombinierte Behandlung schneller wirkt, effektiv, sicher und gut verträglich ist. Außerdem scheint die kombinierte Behandlung zu einer größeren therapeutischen Wirkung zu führen als die SSRI Therapie allein (SSRI – Selective Serotonin Reuptake Inhibitor, auch Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, sprich Antidepressiva).
Chan YY, Lo WY, Yang SN, Chen YH, Lin JG.: J Affect Disord. 2015 May 1;176:106-17. doi: 10.1016/j.jad.2015.01.048. Epub 2015 Jan 28.

                                                                                                                                            

Gerne vermitteln wir Interviews und Hintergrundgespräche mit unseren Spezialisten. Dr. R. Musil, Dr. T. Ots und PD Dr. D. Irnich.

Terminvereinbarungen bitte über presse@daegfa.de, +49 89 71005-11

Pressekontakt und Kurzprofil DÄGfA

Katja Hanley  •  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
DÄGfA – Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V., gegründet 1951  •  Würmtalstraße 54  •  81375 München
Tel. 089 / 710 05-11  •  Fax 089 / 710 05-25  •  E-Mail presse@daegfa.de  •  Internet www.daegfa.de

Die gemeinnützige Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V. (DÄGfA) mit rund 8.600 ärztlichen Mitgliedern steht für Kompetenz und Erfahrung in Akupunktur und Chinesischer Medizin (CM oder TCM). Seit 1951 engagiert sich die älteste deutsche Akupunkturgesellschaft für ein hohes Niveau in der Akupunktur- und CM-Ausbildung von Ärzten. Die DÄGfA mit Sitz in München fördert Akupunktur und CM in Praxis, Lehre, Forschung, über Fachpublikationen und durch Öffentlichkeitsarbeit. Patienten werden durch Beratung, Broschüren und ein eigenes Internetportal informiert. In bundesweit rund 130 Qualitätszirkeln treffen sich regelmäßig Akupunkturärzte, um den besonderen Qualitätsanspruch dieser ganzheitlichen Behandlungsmethode zu sichern. Darüber hinaus arbeitet die DÄGfA intensiv mit Hochschulen, Fach- und Berufsverbänden zusammen. Viele DÄGfA-Dozenten haben universitäre Lehraufträge.

Pressemitteilung: Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Nicht-spezifischer Kreuzschmerz empfiehlt Akupunktur

DÄGfA begrüßt die Aufwertung der Akupunktur durch die novellierte Fassung der NVL

München, 6. März 2017 – Akupunktur ist ein wichtiger Teil einer ganzheitlich orientierten, multimodalen Therapie bei verschiedenen Erkrankungen und Störungen. Aufgrund der zunehmenden wissenschaftlichen Evidenz wird die Akupunktur nun auch in der novellierten Fassung der NVL zur Therapie von Rückenschmerzen explizit empfohlen. Die Träger der NVL sind Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung – KBV und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. – AWMF.

„Damit finden nun auch die guten Studienergebnisse ihren Niederschlag in der Nationalen VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz.“, begrüßt Priv.-Doz. Dr. med. Dominik Irnich, 1. Vorsitzender der DÄGfA, die aktuelle Empfehlung. Irnich weist darauf hin, dass Akupunktur jedoch nur dann die optimale Wirkung entfaltet, wenn diese fachgerecht und gewissenhaft ausgeführt wird. Dies erfordert ein individuelles Eingehen auf den Patienten, eine ganzheitliche Sichtweise gerade beim chronischen Schmerz, eine qualitativ hochwertige Ausbildung und sichere Fertigkeiten.

Der Leiter des Wissenschaftszentrums (WissZ) der DÄGfA, Prof. Dr. med. Dr. phil. Winfried Banzer, verwies in der Novellierungsphase der NVL darauf, dass die medikamentöse Therapie nicht grundsätzlich vor eine Akupunktur-Therapie gestellt werden sollte. Banzer sieht dafür keine wissenschaftliche Grundlage. „Im Vergleich zu anderen empfohlenen Verfahren zeigt die Akupunktur in aktuellen Studien bei einer Serie von 6 bis 12 Behandlungen eine bis zu einem Jahr anhaltende und starke Wirkung“, so Banzer.

Ärzte stehen nun in der Pflicht, ihre Patienten über die Wirkung der Akupunktur aufzuklären. Zugleich sollten Patienten darüber informiert werden, dass die Qualität der Ausführung von besonderer Relevanz ist und dies bei der Wahl des behandelnden Arztes berücksichtigen.

Qualitätsnachweise Akupunktur-Ausbildung

Von der DÄGfA ausgebildete und geprüfte Ärzte sowie nähere Informationen zu spezifischen Qualifikationsnachweisen sind im Patientenportal unter www.daegfa.de aufgeführt.

Literaturhinweise

1  The persistence of the effects of acupuncture after a course of treatment: A meta-analysis of patients with chronic pain / MacPherson H, Vertosick EA, Foster NE, Lewith G, Linde K, Sherman KJ, Witt CM, Vickers AJ; Acupuncture Trialistsʼ Collaboration. / Pain. 2016 Oct 17 [Epub ahead of print]

2  Acupuncture for chronic pain: individual patient data meta-analysis. / Vickers AJ, Cronin AM, Maschino AC, Lewith G, MacPherson H, Foster NE, Sherman KJ, Witt CM, Linde K; Acupuncture Trialists‘ Collaboration. / Arch Intern Med. 2012 Oct 22; 172(19): 1444-53

3  Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, 2. Auflage: www.leitlinien.de/nvl/kreuzschmerz

Gerne vermitteln wir Interviews und Hintergrundgespräche mit unseren Spezialisten, Terminvereinbarungen bitte über presse@daegfa.de oder +49 89 71005-11  

Kurzprofil und Pressekontakt

Die gemeinnützige Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V. (DÄGfA) mit rund 8.600 ärztlichen Mitgliedern steht für Kompetenz und Erfahrung in Akupunktur und Chinesischer Medizin (CM oder TCM). Seit 1951 engagiert sich die älteste deutsche Akupunkturgesellschaft für ein hohes Niveau in der Akupunktur- und CM-Ausbildung von Ärzten. Die DÄGfA mit Sitz in München fördert Akupunktur und CM in Praxis, Lehre, Forschung, über Fachpublikationen und durch Öffentlichkeitsarbeit. Patienten werden durch Beratung, Broschüren und ein eigenes Internetportal informiert. In bundesweit rund 130 Qualitätszirkeln treffen sich regelmäßig Akupunkturärzte, um den besonderen Qualitätsanspruch dieser ganzheitlichen Behandlungsmethode zu sichern. Darüber hinaus arbeitet die DÄGfA intensiv mit Hochschulen, Fach- und Berufsverbänden zusammen. Viele DÄGfA-Dozenten haben universitäre Lehraufträge.

DÄGfA – Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V., gegründet 1951  •  Würmtalstraße 54  •  81375 München Tel. 089 / 710 05-11  •  Fax 089 / 710 05-25  •  E-Mail presse@daegfa.de  •  Internet www.daegfa.de

Trauer um Marco Romoli, M.D.

Am 19. Januar 2017 verstarb Marco Romoli nach schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren.

Marco Romoli zählte zu den international bekannten Akupunktur-Spezialisten. Über 20 Jahre hat er über die Wirksamkeit und die therapeutischen Indikationen der Ohrakupunktur geforscht.

Nach seinem Studium der Medizin an der Universität Florenz von 1967 bis 1973, absolvierte er auch dort seine Facharztausbildung zum Radiologen von 1974 bis 1976. Es folgten Weiterbildungsjahr auf den Gebieten der Komplementär- und Alternativmedizin bei Y. Manaka am Kitasato Center for Oriental Medicine in Tokio und bei J. Bischko in Wien sowie der Orthopädie und Manuellen Therapie bei R. Maigne an der Université de Paris.

Romoli blieb Zeit seines Lebens eng mit der Lehre und dem Studium der Integrativen Medizin verbunden. Er war im wahrsten Sinne ein „cross-over-Forscher“, der in Italien für verschiedene Universitäten (Padua und Florenz) und verschiedene Gesellschaften lehrte und in mehreren Kommissionen mitarbeitete. Er verfasste mehrere Bücher, unter anderem „Auricular Acupuncture Diagnosis“, erschienen 2010 im Elsevier Verlag. Er hinterlässt unzählige Artikel und Veröffentlichungen, zuletzt 2016 zum Thema „Auricular acupuncture diagnosis in patients with lumbar hernia“ in Complementary Therapies in Medicine (gemeinsam mit F. Greco und A. Giommi).

Viele von uns haben seine begeisternden Kurse erlebt und von Enthusiasmus, Präzision, Wissenschaftlichkeit und immenser Erfahrung profitiert. Er stand der DÄGfA sehr nahe. Auf der Jahrestagung der DÄGfA im vergangenen Jahr in Bad Nauheim hat er die Zuhörer begeistert mit seinem Vortrag zur Frage „Wie spezifisch ist die Ohrakupunktur?“.

Wir werden diesen Meister der integrativen Ohr-Akupunktur ein ehrendes Gedenken bewahren.

Der Vorstand der DÄGfA